Ibn Taimīya über die Ašāʿira und ihresgleichen

بيان تلبيس الجهمية في تأسيس بدعهم الكلامية (5/ 150)
ولهذا تنازع الناس في إيمانهم وكفرهم بما ليس هذا موضعه ولا ريب أن فيهم الجاهل المتأول الذي لا يجوز أن يُحكم عليه بحكم الكفار وأن قوله من قول الكفار كما أن فيهم المنافق الزنديق الذي لا ريب في نفاقه وكفره.

Ibn Taimīya über die Ašāʿira und ihresgleichen:

Deshalb sind die Menschen (Gelehrten) entzweiter Meinung über ihren īmān oder Unglauben, dass hier ist aber nicht die Stelle dies anzusprechen. Es besteht jedoch kein Zweifel darin, dass es unter ihnen unwissende gibt, die gewissen Fehlinterpretationen (taʾwīl) begingen. Solche dürfen nicht wie die kuffār beurteilt werden, selbst wenn ihre Standpunkte die der Kuffar sind, gleichermaßen gibt es unter ihnen aber auch ketzerische Heuchler, über deren Heuchelei und Unglauben nicht der geringste Zweifel besteht. [Bayān Talbīs al-Ǧahmīya 5/150]“

Auch sagt er:

والناس يعلمون أنه كان بين الحنبلية والأشعرية وحشة ومنافرة, وأنا كنت من أعظم الناس تأليفا لقلوب المسلمين , وطلبا لاتفاق كلمتهم ,وإتباعا لما أمرنا به من الاعتصام بحبل الله , وأزلت عامة ما كان في النفوس من الوحشة , وبينت لهم أن الأشعرى كان من أجل المتكلمين المنتسبين إلى الإمام أحمد رحمه الله ونحوه المنتصرين لطريقه كما يذكر الأشعرى ذلك فى كتبه .

„Die Menschen wissen, dass es zwischen der al-Ḥanbalīya und der al-Ašʿarīya Kälte und Animosität (Abneigung/Feindschaft) gab. Ich war von den am meist bemühten Menschen in der Zusammenführung der Herzen der Muslime und im Streben nach einem einheitlichen Wort unter ihnen, um hiermit dem Folge zu leisten, wozu wir aufgefordert worden sind: das Festhalten am Seil Allahs. Ich habe das meiste dieser Seelenkälte beseitigen können und habe aufgezeigt, dass (Abū al-Ḥasan) al-Ašʿarī von den ehrbarsten Scholastikern war die sich dem Imām Aḥmad und seinesgleichen zuschrieben und ihren Weg förderten, so wie es al-Ašʿarī in seinen Büchern erwähnt.“

Seiner Auffassung nach werden die Kullābīya, Ašāʿira und ähnliche nicht unter der wirklichen, ursprünglichen Ǧahmīya gezählt. Sie werden als Ǧahmīya wegen Ähnlichkeiten zu ihnen bezeichnet. Ich weiß, dass es hier andere Auffassungen gibt, aber es geht hier um seinen Standpunkt.
Er sagt:

وأما من أثبت الصفات المعلومات بالعقل والسمع وإنما نازع في قيام الأمور الاختيارية به كابن كلاب ومن اتبعه فهؤلاء ليسوا جهمية بل وافقوا جهما في بعض قوله وإن كانوا خالفوه في بعضه وهؤلاء من أقرب الطوائف إلى السلف وأهل السنة والحديث

„Was jene anbelangt, welche die rationell und textlich evidenten Eigenschaften bestätigten, aber die willensabhängigen Eigenschaften (as-ṣifāt al-iḫtiyārīya) bestreiten, wie Ibn Kullāb und seine Gefolgschaft, so sind jene keine Ǧahmīya, wohl eher haben sie Ǧahm (ibn Ṣafwān) in einigen seiner Dogmen zugestimmt und ihm in manchem widersprochen. Sie sind die Gruppe, die den as-Salaf und den Ahlu as-Sunna, den Ahl al-Ḥadīṯ, am nächsten sind.“

Unter den anderen Gelehrten, die die Ašāʿira exkommunizierten gehören z. B. al-Harawī, Ibn Ḥazm (auch er selbst hat ǧahmische Dogmen), Ibn al-Ǧauzī (auch er selbst hat einige ǧahmische Dogmen hat), as-Siǧzī, Ibn Qudāma und andere.

Fazit: Vielerlei Standpunkte der genannten Gruppe sind zweifelslos bei sämtlichen Gelehrten der Ahl as-Sunna Unglaube. Da diese aber nicht immer in direkten Konflikt mit dem Totalbegriff des Glaubensbekenntnis (šahāda) stehen, werden sie von manchen aufgrund der Unwissenheit, Missverständnisse und linguistisch stützbaren Fehlinterpretationen entschuldigt.

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