Ibn Taimiyya wurde über jemanden gefragt, der sagt:
„Allah hat nicht mit Musa gesprochen.“
Woraufhin eine weitere Person entgegnet:
„Doch, er hat sehr wohl mit ihm gesprochen.“
Daraufhin sagt (die erste Person):
„Wenn du meinst, er habe zu ihm gesprochen, wo doch Sprache/Rede aus Buchstaben und Lauten bestehen und diese sind erschaffen. Wer behauptet, Allah habe zu Musa mit Buchstaben und Lauten gesprochen der ist ein Kafir.“
Stimmt das, was er hier sagt?
Darauf antwortet Abu al-Abbas Ibn Taymiyya:
„Das Lob gebührt Allah. Wer behauptet, dass Allah nicht zu Musa sprach; wenn er den Koran nicht gehört hat, dann wird ihm vorgezeigt, dass dies eine explizite Stelle des Korans ist […]. Selbst wenn er sagen sollte, ich meine damit, dass er eine Stimme in der Luft erschaffen hat und diese Stimme Musa hören ließ, selbst dann ist seine Aussage Unglaube. Diese Aussage ist der Glaube der Jahmiyya, welche von den Salaf exkommuniziert wurden […]. Wer aber an Allah und seinen Glauben bedingungslos glaubt, ihn aber nicht an aufklärendem Wissen erreicht, der wird nicht mit dem „kufr“ verurteilt, bis die Beweislage dargestellt wird, deren Widerspruch Unglauben darstellt. Viele Menschen irren sich in ihren Interpretationen/Deutungen des Korans und kennen vieles der Bedeutungen des Koran und der Sunna nicht. Fehler und Vergessen sind dieser Umma vergeben und der Unglaube existiert nur nach der Aufklärung.“ [Majmu‘ al-Fatawa 12/523]
Klarstellung
Ich führe diese Aussage nicht an um den Irrtum zu bestärken, dass Unwissenheit und Nachlässigkeit uneingeschränkte Entschuldigungsgründe sind oder überhaupt in allen Bereichen Geltung haben. Es geht hier aber um einen bestimmten Teilaspekt der Namen und Eigenschaften Allahs. Die Worte Ibn Taymiyyas, handeln hier sicherlich nicht um den „Takfir der Bestrafung“, welcher ein Ausweg der Khwarij bei jedem Engpass ist. Er beschreibt diese Menschen als Leute, die an Allah und seine Gesandten glauben und das sind schlichte Eigenschaften eines Muslims.

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