Atheismus und Moral?

Nietzsche kann die Fortsetzung des Darwinismus im Sinne seiner Philosophie sein. Der pure Darwinismus kennt im Kern seiner Welt keine Moral und Ethik. Er kennt keinen Altruismus und Aufopferung. Er kennt nur das mechanische, zoologische Leben und das Festklammern am Bund des Lebens. Nietzsche aber war ein ehrlicher und konsequenter Materialist und Atheist. Er hat die Folgen der puren gottlosen Weltanschauung ohne Beschönigung konstatiert.

Er sagte: „Leben selbst ist wesentlich Aneignung, Verletzung, Überwältigung des Fremden und Schwächeren, Unterdrückung, Härte, Aufzwängung eigner Formen, Einverleibung und mindestens, mildestens, Ausbeutung ..." Und weiter: "Die ‘Ausbeutung’ gehört nicht einer verderbten oder unvollkommnen und primitiven Gesellschaft an: sie gehört ins Wesen des Lebendigen, als organische Grundfunktion, sie ist eine Folge des eigentlichen Willens zur Macht, der eben der Wille des Lebens ist." Ihn wollte der Philosoph, so heißt es in "Zur Genealogie der Moral", gegen den "ekelhaften Anblick des Mißratenen, Verkleinerten, Verkümmerten, Vergifteten" des wimmelnden Gewürms "Mensch" wenden.

Es gibt doch aber auch unter den Atheisten so viele gute Menschen und unter Gottgläubigen so viele schlechte!

Ein moralischer Atheist ist abwegig. Er begreift gar nicht, dass sein Atheismus ihn eigentlich demoralisieren müsste. Er ist nicht konsequent in seiner Sache.
Ein unmoralischer Gottgläubiger ist auch abwegig.
Ein unmoralischer Atheist ist konsequent.
Ein moralischer Gottgläubiger ist konsequent.

Außerdem gibt es einen unterschied zwischen praktischer Moral und der Moral als Prinzip. Praktische Moral kann auch in atheistischen Gesellschaften existieren, ihre Prinzipien stammen jedoch aus religiösen, nicht-wissenschaftlichen Quellen. Moral als Prinzip ist aber teils irrational und kann nicht teil der atheistischen Weltanschauungen und Philosophien sein.

„Nur unter der Bedingung, dass das Leben ewig ist, dass der Mensch nicht stirbt, demnach unter der Bedingung, dass es Gott gibt und mit ihm auch eine andere Welt als die natürliche, hat das moralische Verhalten des Menschen einen Sinn, ungeachtet dessen, ob dieses im Opfern irgendeines kleinen Interesses oder des Lebens liegt.“

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