Die Welt ändert sich mit dir

In einem Märchen wird erzählt, dass es einen König gab, der über weites Land herrschte . Als ihn eines Tages die Lust packte, durch sein Reich zu wandern, folterten ihn die unebenen und steinigen Wege, die seine Füße lädierten. Als König muss man sich aber nicht alles gefallen lassen und er erließ ein Edikt, man müsse alle Wege und Straßen des Reiches mit Leder bekleiden. Ein königlicher Berater sagte: „Unser König! Dies ist ein unmögliches Unterfangen. Wie wäre es, wenn wir einfach unter deine Füße etwas Leder anbringen. Alle Wege wären dann so, wie du es möchtest.“ Dem König gefiel die Idee und es entstanden die Schuhe.

Witzig, oder?

Diese Geschichte zeigt uns aber eine menschliche Tragödie. Wir wollen die Welt ändern, aber manchmal reicht es, wenn man sich selbst ändert. Und manchmal ändert sich die Welt mit dir; zum Guten oder Schlechten.

Deine Welt ist in der Realität deine Einstellung zur Welt. Es ist eine Sache der Betrachtung und des Blickwinkels. Wir alle haben dass gleiche Auge, aber nicht die gleiche Betrachtung.

Ein Beispiel, damit du verstehst:

Zwei Männer verlieren ihre Kinder. Der Erste sagt: „Hat Allāh keinen anderen außer mir gefunden, den er prüfen kann?“

Diese Haltung wird sein ganzes Leben zur Hölle machen, noch vor der zweiten Hölle. Mit dem Schicksal sollte man sich versöhnen. Feindest du es an, wirst du der Verlierer sein. Ja, es sind leichte Worte, aber vlt. werden aus Worten und Gedanken mal Einsichten und Taten.

Der Zweite sagt: „Das Herz trauert, das Auge tränt, doch wir sagen nichts, dass unserem Herrn missfällt.“ Er fügt sich der Bestimmung Allāhs, tröstet sich mit dem Lohn, der den Geduldigen versprochen wird und hofft auf die Zusammenführung am Tage der Auferstehung.

Die Ärgernis des Ersten bringt ihm seinen Sohn nicht zurück und auch die Akzeptanz und Zufriedenheit mit der (bekannten oder unbekannten) Weisheit Allāhs bringt den Sohn nicht zurück, doch wird die Welt beider sehr verschieden sein.

In einem kleinen Dorf, in dem die Behausungen brüchige Dächer haben, wird der Regen hineintropfen. Der Erste schimpft und klagt über den Regen und der zweite „flickt“ einfach sein Dach.

Beim zweiten Mal wird der Regen beim ersten Mann erneut ins Innere des Hauses treten und der Zweite hat sein Dach „geflickt“, denn er weiß, dass, das Problem nicht im Regen liegt, sondern in seinem eigenen Dach.

Der Regen wird nicht aufhören, solange es die Welt gibt und die Lieben werden nicht ewig auf der Oberfläche der Erde sein. Die Bildung wird nie einfach sein. Große und noble Ziele werden nie in den Schoß gelegt. Erfolg wird nie ein Kinderspiel sein. Die Geschäfte werden nie alles Umsonst rausschlagen und in den Häusern wird es nie Konfliktfreiheiten geben. Wissen wird es nie zum Trinken und Essen geben.

Wer vom Regen möchte, dass er nicht sein rissiges Dach durchdringt, wer von seinen Lieben möchte, dass sie ihn nie verlassen, wer alles leicht will, wer Erfolg ohne Mühe will, wer Akzeptanz ohne Kompromisse sucht, wer nur bedient werden will ohne zu dienen, der ist auf dem falschen Planeten. Ändere dich selbst oder suche dir einen anderen Planeten aus!

(Ich habe mich bei diesem Text aus einem arab. Buch von Adham Sharqawi inspirieren lassen)