Zeitkiller Handy

Zeit ist das Wertvollste, dass du besitzt. Gegen was du sie eintauschst, musst du selber wissen. Tauscht jemand einen Diamanten gegen Lumpen aus, oder Perlen gegen Plastik, dann wird man nicht einen Moment zögern, seinen Verstand infrage zu stellen . Bei der Zeit reagieren wir oft schonender und sanfter.

Nach diversen Statistiken verbringt man mittlerweile durchschnittlich einen Drittel des Tages am Smartphone! Die Jüngeren weitaus mehr. Selbstverständlich geht es hier nicht um den effizienten und produktiven Gebrauch des Handys, denn das ist kein Problem.

Diese exzessive Nutzung des Handys bei jeder freien Gelegenheit verbannt den Menschen nicht nur aus der Realität, sie begrenzt auch extrem sein freies Denken, bzw. überhaupt das Denken. Durchgehend gibt es irgendwelchen Input, irgendwelche Bilder, Videos etc., die er verarbeiten muss, ohne, dass er seinen Gedanken auch mal den freien Lauf gibt. Selbst dieser Input wird oft nicht verarbeitet, da man fortan von einem Punkt zum anderen gespült wird und in der Hülle und Fülle der Medien am Ende nur noch weiß, dass man heute viel gesehen hat. Was das genau war, sind nur noch blasse Erinnerungen. Und selbst wenn man sich erinnert, ist das meiste - seien wir ehrlich - was man in den sozialen Medien oder bei den sogenannten "Influencern" (Apparate des Marktes) sieht nicht wirklich das Wahre.

Dieser fiebrige Gebrauch lässt ungeduldig werden. Alles muss gemütlich und schnell sein. Bei Fragen werden schon nach zwei Stunden Fragezeichen und Aufforderungen zum Reagieren geschickt! Ist das normal?

Die Nutzung der Handys ist in Zeiten der geistlichen Ziellosigkeit beängstigend außer Kontrolle geraten.

Meine Empfehlung:

Oft ist man sich über das Ausmaß seiner Handynutzung nicht bewusst. "Etwas zu viel", "manchmal übertreibe ich" etc. sind verharmlosende und relativierende Aussagen. Es kommt einem tatsächlich nicht sehr viel vor, da es über den Tag verteilt geschieht und mit unterbrechenden Pausen. Wenn man dies aber in Minuten und Stunden festhält, dann wird der eine oder andere die Augen weit aufreißen.

Der erste Schritt zum Guten ist also das Ausmaß des Problems festzustellen. Davor muss man sich natürlich auch dessen bewusst sein, dass es sich hier um ein Problem handelt. Es gibt verwahrloste Menschen, die darin überhaupt kein Problem sehen.

Hierfür empfehle ich euch eine geniale App (YourHour). Sie beobachtet akribisch deine Handynutzung, bietet Statistiken und Berichte, stellt Herausforderungen und zeigt dir deine Schwächen.

Ein zielführender und effizienter Umgang mit dem Handy besteht aus zwei Komponenten:

1. Kontrolle
2. Selektion

Die Kontrolle bezieht sich auf den Zeitfaktor und das Suchtverhalten.

Selektion bezieht sich auf den Inhalt. Eine Stunde durch den Nachrichtenfeed von willkürlichen Beiträgen ist vergeudete Zeit. Was du in dieser Stunde liest oder anschaust, sollte weitgehend geplant und auserwählt sein.

Wenn du dich daran hältst, glaub mir, dann wirst du viel Zeit für anderes haben. Auch für 30 Seiten eines Buches.

Extreme Lösungen sind keine Lösungen und nur von kurzer Dauer. Gemäßigte Lösungen sind vielversprechender und dauerhafter.

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