Die Verschwendung von Geld ist ḥarām.
Allāh taʿālā sagt:
۞يَٰبَنِيٓ ءَادَمَ خُذُواْ زِينَتَكُمۡ عِندَ كُلِّ مَسۡجِدٖ وَكُلُواْ وَٱشۡرَبُواْ وَلَا تُسۡرِفُوٓاْۚ إِنَّهُۥ لَا يُحِبُّ
ٱلۡمُسۡرِفِينَ
31. Oh Kinder Adams, legt euren Schmuck bei jeder Gebetsstätte an und esst und trinkt, aber seid nicht verschwenderisch! - Er (Allah) liebt nicht die Maßlosen. [al-Aʿrāf]
Abū ʿīsā al-Muġīra b. šuʿba überliefert, dass der Gesandte Allāhs ﷺ sprach: „„Allah, der Erhabene, hat euch Ungebärdigkeit gegenüber euren Müttern, Veruntreuung, widerrechtliche Inbesitznahme und das Begraben der lebenden Töchter verboten und er hat euer nutzloses Geschwätz, ausschweifende Fragerei und Güterverschwendung missbilligt."
Überliefert bei al-Buḫārī u. Muslim.
Nun stellt sich aber eine wiederkehrende Frage: „Was ist der Maßstab für die Verschwendung?“
Eingangs müssen wir festhalten, dass die Verschwendung teils etwas Absolutes und teils etwas Relatives ist. Hier sind einige Punkte, um die Verschwendung von anderen abzugrenzen:
1. Ausgaben als Teil des Gottesdienstes und Wohltätigkeitshandlungen sind keine Verschwendung, auch wenn sie in hohen Summen getätigt werden. Es sei denn, diese Ausgaben führen zur Vernachlässigung anderer Rechte.
2. Jede Form von Ausgabe in Dingen, die nicht gestattet sind, ist eine Verschwendung. Jeder Cent, der für Verbotenes ausgegeben wurde, ist zudem auch noch eine Verschwendung.
3. Zwischen den Pflicht- und Sollausgaben und den verbotenen Ausgaben gibt es noch die Kategorie der Kann-Handlungen (mubāḥāt). Wie das Kaufen von Kleidung, Schmuck, Genussgüter, Essen etc. Hier müssen zwei Dinge beachtet werden, damit man nicht in die verbotene Verschwendung fällt. Grundsätzlich zählen Dinge, die weder einen weltlichen noch jenseitigen Nutzen bewirken, zur Verschwendung. Wer beispielsweise ein Produkt erwirbt, von dem er keinerlei Nutzen erfährt (also sein Geld im übertragenden Sinne <verbrennt>), verfällt in die Verschwendung.
Wenn es nun aber einen potenziellen Nutzen gibt (sei dieser auch nur der Genuss oder Schönheit etc.), dann gibt es noch einen weiteren Aspekt zu beachten. Entspricht die Höhe der Ausgabe den typischen Preisrahmen dieses Individuums? Wer ein bescheidenes Einkommen hat, aber Kleidung der Eliteklasse kauft, der ist verschwenderisch, während aber ein wohlhabender möglicherweise keine Verschwendung in diesem Sinne begeht. Die Verschwendung hat also nicht mit der Ausgabe, sondern mit dem Ausgebenden zu tun.
4. Wer Unmengen von Geld für Belanglosigkeiten ausgibt, zählt im Brauch der Vernünftigen zum Verschwender.
Wallāhu Aʾlam

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