Frage:

„Es gibt eine Überlieferung von Abu Hurayra wo vernichtende Sünden aufgezählt werden. Unter diesen gibt es das Verkehren mit der Frau durch ihren Anus.
Was ist die Strafe für jemanden, der dies mit seiner Ehefrau tut. Und gibt es hier für eine tauba.“

Antwort:

Abū Huraira berichtete, dass der Gesandte Allāhs ﷺ sagte: „Verflucht ist, wer mit seiner Frau anal verkehrt.“ Dies wird bei Abū Dawūd, an-Nasaʾī und Ibn Maǧa von al-Ḥāriṯ b. Maḫlad über Abū Huraira berichtet.
At-Tirmiḏī überliefert im ḥadīṯ von Abū Huraira, dass der Gesandte Allāhs ﷺ sagte: „Wer mit einer menstruierenden Frau verkehrt oder mit einer Frau anal verkehrt oder zu einem Wahrsager geht, der hat kufr begangen mit dem, was Allāh auf Muḥammad herabgesandt hat.“
Al-Buḫarī erklärte diesen Ḥadīṭ (gemäß at-Tirmiḏī) für unverbürgt.

At-Tirmiḏī erwähnte über den im ḥadīṯ genannten kufr, dass die Gelehrten sagten, es handle sich hier um einen Ausdruck der Drohung und verschärften Ansprache; und nicht um den wirklichen (großen) kufr.
In ähnlichen Wortlauten wurde Anologes über ʿAlī, ʿUmar, Ḫuzaima, ʿAlī b. Ṭalq, Ṭalq b. ʿAlī, Ibn ʿAbās, Ibn Masʿūd, ǧābir, Ibn ʿUmar, al-Barāʾ, ʿUqba b. ʿĀmir und anderen berichtet. All diese Überlieferungen bestärken sich gegenseitig und weisen auf das Verbot des Analkoitus hin und legen dar, dass es sich hierbei um eine große Sünde handelt.

Der Analkoitus unterteilt sich in drei Kategorien:

1. Mit der eigenen Ehefrau: Das ist, wie bereits aufgezeigt, ḥarām, aber es gibt hierfür keine spezifische Buße (kaffāra). Wird dies aber regelmäßig von ihnen praktiziert, dann werden sie gerichtlich voneinander getrennt. Die Buße liegt (somit) in der Reue, der Bitte um Vergebung und der Entschlossenheit, diese unnatürliche, veranlagungswidrige Tat nicht mehr zu tun.
2. Mit einer fremden Frau: Das ist Unzucht und die Strafe davon wird islamjuristisch wie die natürliche Penetration beurteilt, d. h. sollten die Täter verheiratete Personen sein, dann folgt die Todesstrafe und wenn sie unverheiratet sind die Auspeitschung.
3. Mit einem Mann; dann gelten nach dem Maḏhab der Ḥanābila die gleichen Regeln wie bei der Zinā.

ٱلزَّانِيَةُ وَٱلزَّانِي فَٱجۡلِدُواْ كُلَّ وَٰحِدٖ مِّنۡهُمَا مِاْئَةَ جَلۡدَةٖۖ وَلَا تَأۡخُذۡكُم بِهِمَا رَأۡفَةٞ فِي دِينِ ٱللَّهِ إِن كُنتُمۡ تُؤۡمِنُونَ بِٱللَّهِ وَٱلۡيَوۡمِ ٱلۡأٓخِرِۖ وَلۡيَشۡهَدۡ عَذَابَهُمَا طَآئِفَةٞ مِّنَ ٱلۡمُؤۡمِنِينَ ٢

(2.) Peitscht die Unzüchtige und den Unzüchtigen jeweils mit hundert Peitschenhieben aus; und lasset euch angesichts dieser Vorschrift Allāhs nicht von Mitleid mit den beiden ergreifen, wenn ihr an Allāh und an den Jüngsten Tag glaubt. Und eine Anzahl der Gläubigen soll ihrer Pein beiwohnen. (Sūra an-Nūr).

Möge Allāh vor diesen Schändlichkeiten bewahren.

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