Geschäftlichen Partnerschaft - Muḍāraba

Frage:

Ich habe zwar InshaAllah noch weitere Fragen, jedoch gibt es eine von mehreren, die aktuell ist.
Person A schlägt Person B Folgendes vor:
"Ich Stelle das Kapital zur Verfügung du arbeitest damit, den Gewinn teilen wir uns."
Ist diese Art der geschäftlichen Partnerschaft erlaubt? Wenn ja unter welchen Voraussetzungen? Oder, wie sollte es aussehen? Gibt es Beispiele aus der Sunnah?

Antwort:

Bei der Frage handelt es sich um eine Form der fünf Gesellschaftsverträge (ʿUqūd aṣ-Šarika). Fachspezifisch wird die beschriebene Form der Gesellschaft als al-Muḍāraba oder auch als al-Qirāḍ bezeichnet. Diese Gesellschaftsform kennzeichnet sich dadurch aus, dass einer der Partner ausschließlich das Kapital (Investor) zur Verfügung stellt, während der andere Partner (al-ʿĀmil) nur seine Arbeitskraft einbringt. Die Muḍāraba ist mit Übereinstimmung der Rechtsgelehrten eine legitime Handelsgesellschaft.

Der Gewinn muss anteilshaft bestimmt sein, z. B. in Form eines bestimmten Prozentsatzes. Eine bestimmte, in Zahlen ausgedrückte Geldmenge darf nicht festgelegt werden. Konkret bedeutet das, dass man sich z. B. nicht darauf einigt, dem Unternehmer die Summe X anzubieten, vielmehr muss man sich auf einen Anteil einigen; z. B. die Hälfte des Gewinns, 40% usw.

Mögliche Verluste werden vor der Verteilung des Gewinns mit durch den Gewinnen ausgeglichen. Für Verluste nach der Aufteilung haftet der Investor selbst und diese betreffen dann nur noch das Kapital ohne Einbezug des Gewinns.

Der „Arbeiter“, bzw. Unternehmer haftet also nicht für den Verlust wenn er nicht fahrlässig handelt oder seine Befugnisse überschreitet.

Das Gesellschaftskapital muss ausschließlich aus Geld bestehen. Es muss in seiner Menge bestimmt sein und vorhanden sein.

Dies ist ein kleiner Überblick zur Muḍāraba, der nicht alle Bedingungen und Details beinhaltet!

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