al-Aʾmaš ist Sulaimān b. Mihrān, Abū Muḥammad al-Asadī. Er ist ein ausgezeichneter und renommierter Gelehrte des Ḥadīṯ gewesen, ein Stern im Himmel der Überlieferung und Tradition des Propheten Muḥammad . al-Aʾmaš zählt zu der Klasse der Tābiʾūn. Er sah unteranderem den Prophetengefährten Anas b. Mālik und überlieferte auch unmittelbar über ihn.

Yaḥyā b. al-Qaṭṭān sagte über ihn, er sei der Hochgelehrte (ʿallāma) des Islams. Siebzig Jahre lang hat er das Gebet in der Gemeinschaft gebetet, ohne jemals den ersten Takbīr zu verpassen.

Was al-Aʾmaš aber hervorhebt, ist sein eigenartiger Charakter und sein zynischer Humor und seine Armut, aus der er keinen Hehl machte, ja vielmehr verachtete er sogar die Behäbigen.

Ibn ʾUyaina beschreibt sein armes Auftreten: „Ich sah al-Aʿmaš mit einem rauen Pelz und rauen Ledersocken.“ al-Aʿmaš sagte über sich selbst: „Wäre nicht der Koran und dieses Wissen bei mir, dann wäre ich Grünwarenhändler in Kufa.“

Neben seinem scharfen Humor war er auch ein etwas launischer Mensch. Abū ʿAwāna berichtet, dass Raqba zu al-Aʿmaš kam und ihn über etwas fragte, worauf diese ihn mürrisch anblickte. Raqaba sagte dann: „Bei Allah, weshalb ist es so, dass ich dich ständig mit der Stirn runzeln sehe, schnell gelangweilt und deine Besucher gering schätzend, als würde man dir Senf in die Nase tröpfeln?“

Aḥmad b. ʿAbdillāh al-ʿIǧlī sagte über ihn: „Der Umgang mit ihm war schwer und er hatte einen schlechten Charakter…Einen Hang zum Tašayyuʿ (Schiismus) hatte er auch.“ (Hinweis: Der frühe Schiismus liegt in dem Vorziehen von ʿAlī gegenüber ʿUṯmān und der starke Schiismus in der Vorziehung von ʿAlī gegenüber Abū Bakr und ʿUmar ohne Takfīr etc. Dieser Schiismus war in den Tābiʿūn und den Atbāʾ der Tābiʾūn häufig auftretend, wie es aḏ-Ḏahabī behauptet.)

Nun einige Anekdoten und Ähnliches von dieser Person:

Wakīʿ berichtete, dass einige Leute zu al-Aʿmaš kamen, woraufhin er auch aus seinem Haus kam und sagte: „Wäre nicht in meinem Haus jemand, der mir verhasster ist als ihr, dann wäre ich nicht zu euch rausgekommen.“

Abū Dawūd der Schneider fragte ihn: „O Abū Muḥammad, was sagst du über das Gebet hinter dem Schneider?“ Er sagte: „Kein Problem, solange es ohne Wuḍūʾ ist.“ Er sagte: „Und was sagst du über seine Zeugenaussage?“ Er sagte: „Akzeptabel mit zwei weiteren unbescholtenen Zeugen.“

ʿIīsā b. Yunus sagte: „Es kamen Besucher zu al-Aʿmaš und er brachte ihnen zwei Brote aus dem Haus. Als sie diese verspeisten ging er wieder rein und brachte ein Bündel Schneckenklee und legte es auf die Essmatte und sagte: „Ihr habt das Essen meiner Familie gegessen; das ist das Fressen meiner Ziege, isst es auch.“

ʿAbdullāh b. Idrīs sagte zu al-Aʿmaš: „O Abū Muḥammad, was hält dich davon ab, deine Haare zu schneiden?“ Er sagte: „Die Neugier (das unnötige Geschwätz) der Bader (Haarschneider).“ Ich sagte: „Ich werde dir einen Bader bringen, der nicht mit dir spricht, bis du fertig bist.“ Ich brachte ihm Ǧunaid den Bader, er war auch Muḥadīṯ, und befahl ihm eindringlich nicht mit ihm zum sprechen. Als er die Hälfte seines Schopfes genommen hatte sagte er: „O Abū Muḥammad, wie ist der Ḥadīṯ von Ḥabīb b. Abī ṯābit über die al-Mustaḥāḍa (Frau, die Dauerblutungen hat)? Er stieß einen Schrei aus und rannte fort. Die Hälfte seines Kopfes war (noch) nach einem Monat ungeschoren.

Ḥusain b. Wāqid erzählt: „Ein nobler Mann mit großem Bart kam zu al-Aʾmaš und fragte ihn nach einer trivialen Thematik des Gebets. al-Aʾmaš wendete sich zu uns und sagte: ‚Schaut euch mal seinen Bart an! Sein Bart hat das Potenzial von 4000 Aḥādīṯ und er fragt hier nach einem Sachverhalt der Kinder aus der Schule.“

al-Aʾmaš soll einen törichten Sohn gehabt haben. Einst sagte er zu ihm: „Geh hinaus und kauf uns eine Wäscheleine.“ Der Sohn fragte: O Vater, wie lang?“ Er antwortete: „10 Ellen.“ Er fragte weiter: „Und wie breit?“ Er sagte: „So breit wie mein Unglück mit dir.“

Einst trug er einen Pelz mit der Wolle nach Außen und jemand sprach zu ihm: „O Abū Muḥammad, wenn du es so tragen würdest, dass die Wolle nach innen gerichtet wäre, dann wäre es wärmer.“ Er sagte: „Diesen Ratschlag müsstest du dem Schaf einreichen.“

Jemand fragte ihn, wie er denn die Nacht geschlafen habe, worauf er ins Zimmer ging, eine Matte und ein Kissen brachte, sich hinlegte und anschließend sagte: „So in etwa.“

Ibn al-Ǧauzī erwähnt in seinem Buch al-Ḥamqā wa al-Muġaffalīn, dass zwischen al-Aʿmaš und seiner Frau etwas Kälte in die Beziehung gekommen war. Er bat einige seiner Komplizen zwischen ihnen beiden zu schlichten und sie zufriedenzustellen. Er ging zu seiner Frau und sagte: „O Frau, Abū Muḥammad ist ein großer Šaiḫ. Nicht verleiden sollen dich seine schwachen Augen, seine mageren Beine, seine trägen Knie, der Gestank seiner Achseln, der Dampf seines Mundes (Mundgeruch) und die Steifheit seiner Hände.“ Daraufhin sagte al-Aʿmaš: „Steh auf, möge Gott dich verunstalten! Du hast ihr von meinen Makeln verraten, was sie (bis jetzt) nicht kannte.“

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