Über den Dichter al-A’scha

Die Geschichte des A’scha bani Qays ibn Tha’laba und sein Lobgedicht über den Propheten.

Über al-A‘scha

Al-A’scha ist Zeitgenosse der Mu’allaqat-Dichter und berühmt durch ein Gedicht, das von einigen unter die Mu’llaqat aufgenommen wird. Er starb im Jahr 6 oder 7 d. H..
Er ist mit dem Beinamen „der Große“, zum Unterschiede mehrerer anderer diesen namenführender Dichter, und im Gegensatz eines anderen, welcher „der Kleine“ heißt.
Sein Vater, Qays ibn Jandal, wurde Qatil al-Ju‘ – d. h. der vom Hunger getötete – beigenannt, weil er in einer Höhle von herabgerollten Felsen eingesperrt und darin durch Hunger umkam. Sein Sohn ist einer der ausgezeichnetsten Dichter der Zeit der Jahiliyya.

«امرؤ القيس إذا ركب، والنابغة إذا رهب، وزهير بن أبي سلمى إذا رغب، والأعشى إذا طرب»

Muhammad ibn Sallam al-Jumahy sagte, er habe Junus, den Grammatiker, gefragt wer der Größte der Dichter sei. Dieser antwortete: „Je nachdem: Imri’ul-Qays, wenn er reitet, Nabigha, wenn er fürchtet und schreckt, Zuhair, wenn er wünscht und sich sehnt, Al-A‘scha, wenn er entzückt ist.
Al-A‘scha war der Erste der großen Dichter, welcher die Dichtkunst zur Quelle des Erwerbes machte, und damit herumzog, um sich für sein Lob zahlen zu lassen. Da er seine Verse sang, nannte man ihn „Sannajatul-Arab“, d. h. der Beckenspieler der Araber.
Abu Ubaida, der große Philologe und Kritiker, sagte über Al-A‘scha, dass er der Vierte der großen Dichter sei, welche unter die Ersten der Araber gezählt werden , und dem Tarafa vorzuziehen.

Der Wille des al-A’scha sich zum Islam zu bekehren

Ibn Hishaam sagt: „Khallad ibn Qurra ibn Khalid Assadusi und andere gelehrte Häupter von Bakr ibn Wai‘l haben mir berichtet, A’scha, aus dem Stamme Qays ibn Tha’laba ibn Ukaba ibn Sa’b ibn Ali ibn Bakr ibn Wail, ging zum Gesandten Allahsصلى الله عليه وسلم um sich zum Islam zu bekehren, und lobte ihn in folgenden Versen:

ألم تغتمض عيناك ليلة أرمدا * وبتَّ كما بات السليم مسهَّدا
وما ذاك من عشق النساء وإنما * تناسيت قبل اليوم خلَّة مهْددا
ولكن أرى الدهر الذي هو خائن * إذا أصلحت كفَّاي عاد فأفسدا
كهولا وشبَّانا فقدتُ وثروةً * فلله هذا الدهر كي ترددا
وما زلت أبغي المال مذ أنا يافع * وليدا وكهلا حين شبْتُ وأمردا
وأبتذل العيس المراقيل تعتلي * مسافة ما بين النجير فصرخدا
ألا أيهذا السائلي أين يمَّمت * فإن لها في أهل يثرب موعدا
فإن تسألي عني فيا ربَّ سائل * حفيّ عن الأعشى به حيث أصعدا
أجدتُ برجليها النجاد وراجعت * يداها خنافا ليِّنا غير أحردا
وفيها إذا ما هجَّرتْ عجرفيّةٌ * إذا خلت حرباء الظهيرة أصيدا
وآليت لا آوي لها من كلالةٍ * ولا من حفى حتى تلاقي محمدا
متى ما تناخي عند باب ابن هاشم * تراحي وتلقي من فواضله ندى
نبي يرى ما لا ترون وذكره * أغار لعمري في البلاد وأنجدا
له صدقات ما تغبُّ ونائل * فليس عطاء اليوم مانعه غدا
أجدَّك لم تسمع وصاة محمدٍ * نبي الإله حيث أوصى وأشهدا
إذا أنت لم ترحل بزاد من التقى * ولاقيت بعد الموت من قد تزودا
ندمت على أن لا تكون كمثله * فترصد للأمر الذي كان أرصدا
فإياك والميتات لا تقربنَّها * ولا تأخذن سهما حديدا لتقصدا
وذا النصب المنصوب لا تنسكنَّه * ولا تعبد الأوثان والله فاعبدا
ولا تقربنَّ جارة كان سرها * عليك حراما فانكحن أو تأبدا
وذا الرحم القربى فلا تقطعنَّه * لعاقبة ولا الأسير المقيدا
وسبِّح على حين العشية والضحى * ولا تحمد الشيطان والله فاحمدا
ولا تسخرن من بائسٍ ذي ضرارة * ولا تحسبنَّ المال للمرء مخلدا

„Du schließest deine kranken Augen nicht des nachts und bleibst wach, als wärst du von einem Skorpion gestochen. Doch nicht Frauenliebe plagt dich, du hast längst Mahdad’s Gesellschaft vergessen, aber ich sehe wie trügerisch die Zeit ist, wie sie alles wieder verdirbt, was meine Hände gut machen. Ich habe mein Gut, meine Jungen, und meine Alten verloren, oh Gott wie doch die Zeit ins Schwanken kommt. Als Jüngling schon trachtete ich nach Reichtümern, ja, in jungen und alten Jahren. Ich schonte nicht die schnellfüßigen Kamele, um eine Strecke, wie von Nujeir nach Sarchad , eilig zu durchlaufen, und fragst Du welche Richtung sie nehmen, so wisse, dass ihr Ziel die Bewohner Jathrib’s sind, und fragst Du nach mir, nun so wird mancher Fragende A’scha kennen, wo er auch hinreisen mag. Mein Kamel läuft schnell mit den Hinterbeinen, seine Vorderbeine machen eine leichte Biegung, ohne einen Mangel an den Muskeln zu haben, wenn es von der Mittagssonne gebrannt wird, achtet es nicht darauf, nicht wenn das Chamäleon (der Sonne folgend) den Hals dreht. Ich habe geschworen weder Müdigkeit, noch wunde Füße zu erbarmen, bis es Mohammed erreicht, wenn es vor der Tür des Sohnes Haschim’s niederkniet, mag es ruhen und von dessen Güte freigebig beschenkt werden. Er ist ein Prophet, der weiter sieht als ihr, und dessen Ruf über nieder und hoch gelegene Länder verbreitet ist. Seine Almosen und Gaben fließen ohne Unterbrechung, mag er heute noch so viel verschenken, so hindert ihn das nicht, morgen wieder freigebig zu sein. Hast Du die Mahnung Mohammeds nicht gehört, des Propheten Gottes, als er lehrte und sein Bekenntnis ablegte. Wenn du nicht mit einem Vorrat von Gottesfurcht auf Reise gehst, und begegnest Du nach dem Tode denen, die einen solchen Vorrat mitbringen, so wirst Du es bereuen ihnen nicht gleich getan zu haben, und nicht vorbereitet zu haben was sie vorbereitet haben. Bleibe fern von krepierten Tieren und töte sie nicht mit einem eisernen Pfeil! Sei nicht andächtig bei den aufgestellten Bildern (Götzen), bete Allah an und nicht die Götzen! Bleibe fern von freien Frauen, deren Vertraulichkeit Dir verboten ist, heirate oder lebe keusch! Verstoße Deine Blutsverwandten niemals, und nicht den Gefangenen, der in Fesseln schmachtet! Preise Gott und nicht Satan, morgens und abends. Verspotte nicht aus Hochmut den Dürftigen, glaube nicht, dass der Mensch seine Reichtümer ewig behält.“

Als A‘ascha nach Mekka , oder in die Nähe der Stadt kam, trat ihm ein Götzendiener von den Quraischiten in den Weg, und fragte ihn was er wolle, er sagte er wolle zum Propheten und Muslim werden. Da sagte der Quraischite: „Mohammed verbietet Hurerei, o Abu Basir! A‘ascha erwiderte: „Darin habe ich keine Begehren“. „Aber er verbietet auch den Wein“, versetzte jener. Nun, sagte A‘ascha: „Das macht einigen Eindruck auf mich, doch ich gehe jetzt, und labe mich noch ein Jahr daran, dann kehre ich wieder und werde Muslim.“ A‘ascha starb aber in diesem Jahre und konnte nicht mehr zum Propheten kommen.

So führt ibn Hishaam das Ereignis an. Hier ist ihm wohl ein offensichtlicher Fehler unterlaufen, denn er behauptet hier, dass dieses Ereignis in Mekka stattfand und das die Person, die ihn vom Islam abzuschrecken versuchte Abu Jahl sei. Es ist aber unmöglich, dass dieses Ereignis in Mekka stattfand. Man ist einhelliger Meinung, dass der Alkohol erst in Medina nach der Schlacht von Badr und Uhud verboten wurde und zwar in der Sura al-Ma’ida, welche eine der letzteren Suren des Korans darstellt. Sollte diese Geschichte authentisch sein, dann muss es in Medina gewesen sein. Die Aussage des A’scha in dem Gedicht: „und fragst Du, welche Richtung sie nehmen, so wisse, dass ihr Ziel die Bewohner Jathrib’s sind“ ist ein weiteres Indiz dafür.
Der Wille und die Kenntnis alleine genügen nicht um Muslim zu werden. Sollte ein Muslim sagen: „Morgen werde ich ungläubig (Kafir) dann ist er mit Konsens der Gelehrten auf der Stelle zum ungläubigen geworden. Sollte der Ungläubige sagen: „Morgen werde ich zum Gläubigen oder später“, wird er dadurch nicht zum Muslim und auch hierin besteht der Konsens.

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