Schwein immer mit Rechts essen

Beim Essen von Schweinefleisch mit der rechten Hand essen!

Es ist zugleich belustigend aber auch beklagenswert, dass Menschen schwerwiegende Verstöße begehen, aber sich innerhalb dieser Verstöße um sekundäre Dinge wie Anstandsregeln, Erwünschtes oder Verpöntes kümmern.

Im al-Mustaṭraf wird folgende Geschichte erwähnt – ich weiß nicht ob sie wahr ist, denn der Autor ist nicht darum bemüht nur Verbürgtes aufzuzeichnen: Ein Mann treibt Unzucht und schwängert die Frau ungewollt. Die Menschen brüskierten ihn und sagten: „Feind Gottes! Wenn du unbedingt schändliches tun musstest, warum kein Coitus interruptus?“ Er sagte: „Ich habe gehört, dass es unerwünscht sei (im Islam).“
Absurd? Und das die Unzucht ein moralisches „Schwerverbrechen“ ist, dass hat er wohl nicht gehört. (Coitus interruptus: Form des Koitus, bei der der Penis vor dem Samenerguss aus der Scheide herausgezogen wird.)

Das erinnert mich an eine Überlieferung im Ṣaḥīḥ al-Buḫārī, in der berichtet wird, dass ein Mann aus dem Iraq den Gefährten Ibn ʿUmar über das Blut einer Mücke fragte. Als er sich über seine Herkunft erkundigte sagte er: „Seht euch ihn an! Er fragt mich nach dem Blut einer Mücke und sie haben den (Enkel)Sohn des Propheten ﷺ getötet.“

Ein anderer Bericht nach diesem Modell: Abū al-ʿAināʾ erzählte, dass er eine Magd sah, die vor dem Mann im Hause flüchtete und über ihn klagte. Sie sagte: „Er verkehrt mit mir im Stand und betet im Hocken. Beschimpft mich eloquent, liest er aber den Quran, begeht er Sprachsünden. Er fastet den Montag und Donnerstag aber isst zu Ramaḍān. Das Ḍuḥā betet er, aber die Pflichtgebete versäumt er.

Ein Bekannter erzählte mir, dass er einen Dönerladen betrat und dort einen Mann sah, der penetrant nach der Schächtung des Fleisches fragte. Als er dann Ruhe fand und beruhigt war, bestellte er sich noch einen Wein dazu!

So etwas ist ein Indikator für schwerwiegende Störungen im Sektor „Prioritäten“ im Hirn des Menschen. Es ist auch eine Form der „Lust-und-Laune-Anbetung“.

In der Realität ist der Alkoholmissbrauch (für mich ist jeder „Alkoholgenuss“ Missbrauch) ernsthafter als das Verzehren vom Kadaver und dass erkennt man ohne großes Grübeln und Denken.

1. Der Schaden des Alkohols beschränkt sich nicht nur auf den Konsumenten. Seine Begleiter, Mitbewohner oder lediglich vorbeigehende Menschen sind vor seiner entgleisten Seele und zügellosen Leidenschaften nicht sicher.
2. Beide Handlungen verletzen ein religiöses Gebot und somit eines der fünf Hauptziele der Religion (Schutz der Religion, Schutz des Lebens, Schutz der Vernunft, Schutz der Nachkommen, Schutz des Vermögens). Der Alkoholkonsum gefährdet aber alle dieser Ziele und Zwecke der Religion.
3. Der Alkohol ist selbst in Notlagen nicht erlaubt (zumindest bei den Hanbaliten), es sei denn, man verschluckt sich und findet keine andere Flüssigkeit.
4. Das Fleisch von Kühen, Lämmern etc. ist grundsätzlich legitim, jedoch fehlt beim Ausbleiben der Schächtung (oder Jagd) die legitimierende Bedingung zur Essbarkeit. Der Alkohol ist grundsätzlich verboten.

Hiermit möchte ich keinesfalls sagen, wenn du schon Alkohol konsumierst, dann iss auch Schwein und Kadaver, aber es sollte allgemein zum Denken bewegen. Die Prioritäten sollte man auch wie solche behandeln.

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