Was du für ein fundiertes Wissen alles benötigst

Der Quran, die Sunna und die schariatischen Urteile sind von allen Disziplinen abhängig. Die Erklärung davon ist wie folgt:

In Bezug auf die Einzelwörter, angesichts ihrer Gründlichkeit benötigt man die Formlehre (Sarf). Bei Zusammensetzung mehrer Wörter wird der Syntax (Nahw) benötigt. Bei der Anwendung der Begriffe für ihre vorgesehenen Bedeutungen wird die Lexikografie (Ilmul-Lugha) gebraucht. Bei der Ellipse (Idmar) und dem Gegenteil (Izhar) von ihr, beim „Taqdiim und Ta’chiir“ wird die Rhetorik benötigt. In Hinsicht auf die wirkliche Bedeutung (Haqiqa), Metapher (Majaz) und der Metonymie (Kinaya) benötigt man die Lehre von den Redefiguren (Ilmul-Badi‘). Des Weiteren wird die Lehre vom verschiedenen sprachlichen Ausdruck gegenüber Begriffe und Sachinhalte (Ilm Alma’any) und Darstellungslehre (Ilm-al-Bayan) benötigt.
In Hinsicht auf die einschränkenden, umfassenden, die „mutlaq“, „muqayyad“ und „mujmal“ Ausdrücke wird die Disziplin „Usul al-Fiqh“ nötig.

Für die Bestimmung der Offenbarungsanlässe wird die Disziplin „Asbab an-Nuzul“ benötigt. Für die Abklärung der Bedeutungen der „Tafsir“, für die „Ahruf“ des Quran die Wissenschaft der Rezitationsarten. Für das korrekte Argumentieren und Anordnen der Beweise die Logik, Dialektik sowie die „Adaab al-Bahth wa al-Munazara“. In Bezug auf die aus dem Quran entnommenen Modalitäten (der verschiedensten Handlungen) wird der „Fiqh“ benötigt. Zum Auslesen dieser Modalitäten wiederum der „Usul-al-Fiqh“.

Das Erforschen der Sunna gebraucht die Wissenschaft der Hadith-Tradierung (Ilmu ar-Riwaya), das Memorieren der Überlieferungen, die Wissenschaft der Abrogation (Ilm an-Nasikh wa al-Mansukh), das Wissen über die Namen, Beinamen und Titel der Tradenten sowie die Wissenschaft der Tradentenkritik (Ilm al-Jarh wa at-Ta’dil) und ihrer Biografien.

Das Forschen über den weisen Shariageber ist abhängig von der Theologie (Aqida).

All diese Wissenschaften sind voneinander abhängig. Entweder erfordert eine Wissenschaft die andere oder sie rührt von ihr her.

Die genannten Wissenschaften bedürfen teils auch Disziplinen, die in erster Linie nicht religiösen Ursprungs sind. Zum Beispiel wird die Mathematik im „Fiqh“ benötigt um die Anteile der Erbberechtigten zu ermitteln oder bei undefinierten Eingeständnissen. Bei testamentarischen Verfügungen wird zwischen lebensgefährlichen und nicht lebensgefährlichen Krankheiten/Situationen unterschieden. Dazu wird die Medizin benötigt.

Beim Heranführen von Gedichten zur Bestätigung grammatikalischer Thesen oder Behauptungen im Tafsir muss diese durch die Metrik überprüft werden. Zur Ortung der Qibla und Bestimmung der Gebetszeiten könnte die Astronomie benötigt werden.“

Insgesamt zählen die Gelehrten um die fünfzig Wissenschaften die nötig sind, um eine namenswerte Person zu sein.

Nun frage dich selbst wo du bist und ob du wirklich weiter beurteilen solltest wer wissend ist und wer nicht so ist, obwohl du in der Realität keinen Schimmer Vorstellungen über das Wissen selbst hast!?

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