In der Majmu‘ al-Fatawa von ibn Taymiyya im Band 1, Seite 51 sagt über folgenden Hadith: „Es ist von der Schwäche in der Gewissheit, die Zufriedenheit der Menschen zu ersuchen und dabei Unzufriedenheit Allahs auf sich zu ziehen; oder andere zu schelten für etwas, was Allah dir nicht gewährt hat.“ [Bei al-Bayhaqi und Abu Nu’aim in der al-Hilya]

Er sagt: „Die Gewissheit beinhaltet nämlich die Gewissheit in dem Ausführen der Gebote Allahs [und die Gewissheit] über die Versprechen Allahs an die Gehorsamen. Ebenfalls impliziert sie die Gewissheit über die Bestimmungen und Pläne Allahs. Wenn du sie [die Menschen] nun zufriedenstellst und die Unzufriedenheit Allahs dafür in den Kauf nimmst, dann warst du nicht [voll] überzeugt von seinen Zusicherungen und noch von seiner Versorgung. Der Mensch wird zu so einem Verhalten getrieben entweder wegen seinem Streben nach den Dingen, die sie besitzen und dies führt daraus aus, dass er die Gebote Allahs bei ihnen nicht einhält, oder es ist wegen dem schwachen Glauben an die Versprechen Allahs des Triumphs, der Hilfe und der Belohnung im Dies- und Jenseits für die Gehorsamen.“

„Es lebt kein Mensch in unserer Zeit, dessen Freundschaft wünschenswert, kein Vertrauter bleibt uns treu, wenn das Schicksal uns bedroht. Lebe einsam und baue auf niemanden, das ist mein Rat, er genüge dir.“

„Eine hohe Stufe wird nach dem Maße der Anstrengung erreicht. Wer hoch steigen will, muss manche Nacht durchmachen. Wer Perlen wünscht, muss in die Tiefe des Meeres tauchen, dann erst kann er Ansehen und Reichtum erwerben. Wer aber Hoheit und Ansehen wünscht, ohne mit Kraft danach zu streben, der verliert sein Leben in unerfüllten Wünschen.“

Etwas geschichtliches:
Die Kriege, die zur Zeit des Propheten Muhammad sws. stattgefunden haben werden in zwei Arten klassifiziert:
– al- Ǧazwah: Das ist die Bezeichnung für Kriege in denen er selbst anwesend war, selbst wenn er aktiv nicht beteiligt war. Von dieser Klasse gab es 27 Kriege von denen er bei 9 aktiv beteiligt war. Die Kriege an denen er aktiv beteiligt war, sind chronologisch geordnet folgende: Badr, al-Uḥud, al-Muraisīʼ, al-Ḫandaq, Quraiẓah, Ḫaibar, Fatḥu Makkah, Ḥunain, al-Ṭaʽif.
– as-Sarīya: Feldzüge bei denen er nicht präsent war. Die Anzahl dieser Art belief sich auf 47.

Der Vorsatz eine Sünde zu begehen wird in 5 Arten untergliedert.
1. Al-Hāǧis: Das ist der bloße flüchtige Gedanke, über den der Mensch keine Kontrolle hat.
2. Al-Ḫāṭir: Der flüchtige Gedanke wird „eingefangen“ und kursiert intensiver in den Gedanken.
3. Ḥadīṯun-Nafs: Schwanken ob man tun soll oder nicht ohne irgendein Übergewicht in einem der beiden Gedanken.
4. Al-Hamm: Überwiegen des Willens die Sünde zu tun wobei ein schwacher Teil des Selbst dagegenspricht.
5. Al-ʿAzm: Das ist der feste Entschluss die Sünde zu begehen.
Jetzt zu der Beurteilung der Arten:
1. Dafür wird man mit Konsens der Ahlul-ʿIlm nicht zur Rechenschaft gezogen, da diese nicht in der Macht des Menschen stehen. Die al-Aḥkām at-Taklīfiya beziehen sich nur auf vorsätzlichen, willentlichen Taten.
2-3. Diese kann man zwar beseitigen aber dennoch werden sie dem Menschen nicht als Sünden angerechnet. Im Ḥadīṯ lautet es: „Allāh blickt üb den Ḥadīṯun-Nafs meiner Gemeinschaft hinweg, wenn sie dies nicht umsetzen oder in den Mund nehmen“ (al-Buchārī und Muslim)
4. Davon wird das Gute als eine gute Tat festgehalten, selbst wenn er diesen Willen nicht umsetzt. Das Schlechte davon wird nicht notiert. Im Ḥadīṯ von ʿAbdullāh ibn ʿAbbās: Der Gesandte Allāhs sws. sagte: „Wer etwas Gutes beabsichtigt (hamma bi ḥasana) und es nicht durchführen konnte, dem hat Allāh dies bei Sich als volle gute Tat angerechnet. Hat er es durchführen können, dann rechnet Allāh ihm dies bei Sich als zehn gute Taten, bis zum Siebenhundertfachen und bis zum vielfachen (davon), an. Und wer etwas Schlechtes beabsichtigt, es aber nicht durchgeführt hat, dem wird dies als vollendete gute Tat bei Allāh, dem Erhabenen, angerechnet. Hat er diese schlechte Tat jedoch ausgeführt, so rechnet Allāh ihm dies als eine einzige schlechte Tat an.“ (al-Buchārī und Muslim)
5. Der feste Entschluss eine Sünde zu begehen ist eine Sünde. Dies lässt sich unter anderem aus dem folgenden Ḥadīṯ von Abū Bakrah ableiten: Der Prophet sws. sagte: „Wenn zwei Muslime aufeinander losgehen, indem sie ihre Schwerter aufeinander richten, dann kommen alle beide, der Mörder und der Ermordete, ins Höllenfeuer.“ Daraufhin sagte ich: „Oh Gesandter Allāhs: Für den Mörder ist das verständlich. Warum aber der Ermordete?“ Er antwortete: „Er war auch darauf aus, seinen Gefährten zu töten.“ (al-Buchārī und Muslim)
Anmerkung: Den Entschluss zu fassen eine große Sünde zu begehen ist zwar selbst eine Sünde aber dennoch nicht in der Schwere der Sünde selbst.

Manche der Ahlul-Ilm erwähnten, dass eine ṣaġīrah durch fünf Dinge zur kabīrah wird:
– Beharren auf der Sünde.
– Diese gering zu schätzen.
– Sich beim Begehen der Sünde zu freuen.
– Sich seiner Sünden rühmen.
– Das Hervorkommen dieser Sünden von einem, dem nachgeahmt wird, wie die Gelehrten.

Wer nicht die nötigen Mittel und die Tauglichkeit besitzt über den Deen Allahs zu sprechen und sich dennoch wagt, solches zu tun, der ist schlimmer als der, der Zina begeht und stiehlt.
قل إنما حرم ربي الفواحش ما ظهر منها وما بطن والإثم والبغي بغير الحق وأن تشركوا بالله ما لم ينزل به سلطانا وأن تقولوا على الله ما لا تعلمون
33. Sprich: „Mein Herr hat nur Schändlichkeiten verboten, seien sie offenkundig oder verborgen, dazu Sünde und ungerechte Gewalttat. Und (Er hat verboten,) dass ihr Allah das zur Seite setzt, wozu Er keine Befugnis herabsandte, und (Er hat verboten,) dass ihr (etwas) von Allah aussagt, was ihr nicht wisset.“
In diesem Vers erwähnt Allah ta’ala diee Fälle aufsteigend vom geringsten zum gewaltigsten. Und siehe da, dass Lügen über Allah ist an der Spitze.

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